
Gegenwärtig ist die Unterscheidung zwischen Ästhetik und Anästhetik wichtig. Die Informationsgesellschaft konfrontiert uns zum einem mit sinnlicher Überreizung, zum anderen mit Wahrnehmungsverlust. Das Unsinnliche, das dem Sinnlichen entweichende, bezeichnet Welsch als Anästhetik (im Gegensatz zur Ästhetik, die in Form von Aisthesis die sinnliche Wahrnehmung betrifft). Ästhetik ist nicht nur mit medientechnologischer Anästhetik konfrontiert, Anästhetik kann selbst zum Prinzip der Ästhetik werden, insofern als die Ästhetik aufgefordert ist, Prozesse, die sich der sinnlichen Wahrnehmung entziehen, dennoch, also anästhetisch, zugänglich zu machen (Bsp: Bruce Nauman). Anästhetik ist also komplementär zur Ästhetik, denn sie erprobt die Grenzen der Wahrnehmung. (Wolfgang Welsch)
Wird meine Wahrnehmung durch Ästhtik gefördert und gefordert und durch Anästhetik aufs Äußerste heraus gefordert? Oder überreizt die Anästhetik unsere Sinne? Ensteht Anästhetik erst durch das Brechen der ästhetischen Grundregeln? Welches sind folglich überhaupt ästhetische Grundregeln?
What a day. Give me the rules of aesthtics!